- Rituximab versus Cyclophosphamid bei ANCA-assoziierter Vaskulitis
- Rituximab versus Cyclophosphamide for ANCA-Associated Vasculitis
- Stone J H et al. for the RAVE-ITN Research Group
- N Engl J Med 2010; 363: 221-232
- Rituximab versus Cyclophosphamid bei ANCA-assoziierter renaler Vaskulitis
- Rituximab versus Cyclophosphamide in ANCA-Associated Renal Vasculitis
- Jones RB et al. for the European Vasculitis Study Group
- N Engl J Med 2010; 363: 211-220
Rezensiert von Peter Klein-Weigel
Rationale
In unkontrollierten Studien schien Rituximab bei ANCA-assoziierter Vaskulitis (Wegener-Granulomatose, mikroskopische Polyangiitis) wirksam zu sein. Ein direkter Vergleich zwischen der Standardtherapie, bestehend aus Prednisolon und Cyclophosphamid, und einem Schema aus Prednisolon und Rituximab fehlte jedoch bisher.
Rituximab versus Cyclophosphamid bei ANCA-assoziierter Vaskulitis
Methoden
Es wurde ein multizentrisches, randomisiertes (1:1-Ratio), Doppel-blind-/Doppel-dummy-Design gewählt.
Rituximab (375 mg/m2 KO i.v. pro Woche für die Dauer von 4 Wochen) plus täglich Placebo-Cyclophosphamid wurde mit dem Einsatz von Placebo-Infusionen und Cyclophosphamid (2 mg/kg KG pro Tag) zur Remissionsinduktion bei 197 ANCA-positiven Patienten mit Wegener-Granulomatose und mikroskopischer Polyangiitis verglichen (Birmingham Vasculitis Activity Score/WG ≥ 3). Die begleitende Glukokortikoidtherapie (in beiden Gruppen gleich) wurde im Verlauf ausgeschlichen.
Primärer Endpunkt
Remissionstatus ohne Prednisolon nach 6 Monaten.
Statistik
Es wurde angenommen, dass sich 70 % der Patienten beider Behandlungsarme nach 6 Monaten in Remission befänden. Die Non-inferiority-Grenze wurde auf 20 % festgelegt. Mit einer angenommenen Drop-out-Rate von 10 % würde die statistische Power bei 100 Patienteneinschlüssen pro Gruppe bei 83 % liegen, um eine Nichtunterlegenheit zu begründen.
Die Auswertung erfolgte nach dem Intention-to-treat Prinzip. Patienten, die vor Abschluss von 6 Monaten aus der Studie ausschieden, zählten, bezogen auf den primären Endpunkt, als Therapieversager.
Ergebnisse
Die Krankheitsaktivität, das Ausmaß der Organbeteiligung und der Anteil an Patienten mit Rezidiven der Grundkrankheit waren in beiden Gruppen gleich verteilt.
63/99 (64 %) erreichten den primären Endpunkt in der mit Rituximab behandelten Gruppe versus 52/98 (53 %) in der Cyclophosphamid-Gruppe. Rituximab erwies sich gegenüber der Standardtherapie bei Krankheitsrezidiven als wirksamer, wobei 34/51 Patienten, verglichen mit 21/50 (42 %) Patienten, in eine erneute Remission gebracht wurden. Die Nebenwirkungsrate war vergleichbar.
In logistischen Regressionsanalysen konnte kein signifikanter Einfluss einer Neuerkrankung, der Nierenfunktion, des BVAS/WG-Scores und des Alters gezeigt werden.
Unter den Patienten mit Wegener-Granulomatose erreichten 46/73 (63 %) in der Rituximab-Gruppe und 37/74 (50 %) in der Cyclophosphamid-Gruppe den primären Endpunkt. In der Gruppe mit mikroskopischer Polyangiitis war dies bei 16/24 (67 %) und 15/24 (62 %) der Fall.
Unerwünschte Ereignisse:
Es gab keine Gruppenunterschiede in der Anzahl der gesamten unerwünschten Ereignisse, der schweren unerwünschten Ereignisse und der nicht krankheitsbezogenen unerwünschten Ereignisse zwischen den beiden Behandlungsgruppen.
Hospitationen infolge von unerwünschten Ereignissen wurden bei 8 Patienten unter Rituximab und bei 2 Patienten unter Cyclophosphamid vorgenommen.
Die Anzahl an soliden Tumoren, die im Beobachtungszeitraum von 6 Monaten evident wurden (1 Patient in jeder Gruppe) und die Anzahl an Todesfällen (1 Todesfall in der Rituximab-Gruppe, 2 Todesfälle in der Cyclophosphamid-Gruppe) waren gleich.
Die Studie "Rituximab versus Cyclophosphamid bei ANCA-assoziierter renaler Vaskulitis" sowie den Kommentar zu beiden Studien können Sie im PDF-Download nachlesen.