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Zusammenfassung
Die vorliegende Übersicht zeigt die klinische Relevanz thrombophiler Risikofaktoren hinsichtlich ihres Einflusses auf das absolute Risiko für die Entstehung einer Erst- oder Rezidivthrombose.
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Im Gegensatz zu den in Publikationen üblicherweise angegebenen relativen Risiken erlauben Informationen über das absolute Thromboserisiko dem behandelnden Arzt eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung gegenüber dem absoluten Blutungsrisiko unter Antikoagulation. Aufgrund von schweren Blutungskomplikationen unter oraler Antikoagulation resultiert für Erstthrombosen unter Risikoexposition (z. B. Operation, hormonelle Kontrazeptiva) in der Regel keine langfristige orale Antikoagulation. Aus hämostaseologischer Sicht besteht eine zeitlich unbegrenzte, jedoch regelmäßig zu prüfende Indikation zur oralen Antikoagulation bei niedrigem und mittlerem Blutungsrisiko (1-3 % pro Jahr) bei spontaner proximaler Erstthrombose und kombinierten oder schweren thrombophilen Defekten (z. B. homozygoter Faktor-V-Leiden, Antithrombin-Mangel), die das Rezidivrisiko mehr als verdoppeln (d. h. von 4 % ohne thrombophile Risikofaktoren auf ≥ 8 % pro Jahr).
Hintergrund
Venöse Thrombosen tragen bei einer jährlichen Inzidenz von 1 pro 1.000 Einwohner wesentlich zur Morbidität und Letalität in unserer Bevölkerung bei. Zur Reduktion bzw. Prävention thromboembolischer Ereignisse sind Strategien zur Risikominimierung für Erst- und Rezidivthrombosen auf der Grundlage einer individuellen Risikostratifizierung in Abhängigkeit von expositionellen und hereditären Thromboserisikofaktoren notwendig. Da das Rezidivrisiko nach Erstereignis maßgeblich davon bestimmt wird, ob es sich bei dem Primärereignis um eine spontane oder eine in Risikosituation (z. B. Operation) aufgetretene Thromboembolie handelte, wird in dieser Übersicht die Bedeutung thrombophiler Risikofaktoren für die Primärprophylaxe ohne stattgehabtes Thromboseereignis und für die Rezidivprophylaxe nach abgelaufener Thromboembolie unterschieden.