Historischer Hintergrund (angelehnt an W.Block)

Pathologische Gefäßprozesse gehen mit Veränderungen der Pulswelle einher, die mit den Fingern nur an den typischen Pulspalpationsstellen zu beurteilen sind. Mit Hilfe der Oszillometrie kann die Pulswelle an jedem Extremitätenabschnitt untersucht werden. Dabei werden die pulsatorischen Volumenschwankungen über eine zirkulär angelegte Manschette bei verschiedenen Druckstufen auf ein empfindliches Manometer übertragen und der Zeigerausschlag an einer Skala beobachtet. Verschiedene Geräte zur Messung der pulsatorischen Schwankungen (Oszillationen) wurden entwickelt. Zu nennen sind der Apparat von Pachon und in Deutschland insbesondere der Apparat von v. Recklinghausen, genannt "Scala alter­nans". Nachteile waren die fehlende schriftliche Registrierung, die bei Messung an nur einer Extremität sofort eintretende Kreislaufregulation mit Auswirkung auf die Pulsphänomene der noch nicht gemessenen Extremität und die fehlende Seitenvergleichbarkeit bei nicht beidseitiger Simultanmessung. Die Pul­soszillographie, die aus der Oszillometrie hervorgeht, ist eine der ältesten Methoden zur Gefäßdiagnostik überhaupt und geht auf Berndt 1906 zurück.

Eine wesentliche Neuentwicklung war 1949 der mechanische Oszillograph nach Prof. H. Gesenius und C. Keller, bei dem die Oszillationen an beiden Körperseiten gleichzeitig gemessen und mit zwei Schreibern simultan aufgezeichnet werden konnten. Dieses Prinzip hat heute noch Gültigkeit. Bei der mechanischen Oszillographie, bei der die Schreiber direkt von der Luftsäule in den Schläuchen bewegt werden, können nur höhere Drücke registriert werden. Die Grundlage für das Verständnis und die richtige Beurteilung der oszillographischen Kurve gehen auf die umfassenden Ausführungen von v. Recklinghausen zurück.

Die Weiterentwicklung der elektrischen Oszillographie ermöglicht wegen viel höherer Empfindlichkeit die Registrierung auch bei niedrigeren Drücken, sodass auch eine Analyse der Pulskurvenform möglich ist. Wegen des komplizierten Aufbaus und der nicht unerheblichen Störanfälligkeit des elektrischen Verfahrens hat die mechanische Oszillographie zumindest in Deutschland eine breite klinische Anwendung als nicht invasives, einfach zu handhabendes Verfahren z. B. zum Nachweis von Gefäßverschlüssen vor Angiographien und Operationen erfahren.

In der Folgezeit wurde dieses Prinzip in modernere Messplätze zur Gefäßdiagnostik integriert. Zu nennen sind z. B. der halbautomatische Periquant® 815 nach Gutmann, der mehrere Untersuchungen ermöglicht (Lichtreflexplethysmographie, Pulsoszillographie, Phlebodynamometrie und Doppler) oder der vollautomatische PC-gesteuerte Gefäßdiagnostik-Messplatz Vasolab 5000® von der Firma ELCAT, der alle nicht invasiven Gefäßuntersuchungen ermöglicht.

 

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Inhalt der Ausgabe 2009/04

  • Schwerpunktthema
    • Klinische Relevanz der Thrombophilie-Diagnostik
  • Grundlagen
    • Pneumatische segmentale Oszillographie
  • Der aktuelle Fall
    • Hypo-/Dysfibrinogenämie als Risikofaktor für arterielle und venöse Gefäßverschlüsse sowie persistierende D-Dimer-Erhöhung
  • Lifestyle
    • Religion und Spiritualität - Verbindungen zur körperlichen Gesundheit
  • Tipps
    • Optimale Punktionslokalisation bei Femoralarterienzugängen
  • Interventionelle Angiologie
    • Nierenarterienstenose, Teil 1: Klinik und Diagnostik
  • Pharmakologie
    • Gibt es eine Indikation für Sildenafil beim Raynaud-Phänomen?
  • Für Sie gelesen
    • Luftverschmutzung erhöht Thrombosegefahr
    • Maden beschleunigen Wundheilung bei Ulcus cruris nicht
    • Kompressionsstrümpfe bei Schlaganfall
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