Wirksamkeit von hüftlangen Kompressionsstrümpfen zur Risikoreduktion tiefer Beinvenenthrombosen nach Schlaganfall (CLOTS trial 1): eine multizentrische, randomisierte kontrollierte Studie

  • Effectiveness of thigh-length graduated compression stockings to reduce the risk of deep vein thrombosis after stroke (CLOTS trial 1): a multicentre, randomised controlled trial
  • CLOTS Trials Collaboration, Dennis M, Sandercock PA, Reid J, Graham C, Murray G, Venables G, Rudd A, Bowler G., Collaborators (646)
  • Lancet 2009; 373:1958-1965

Rezensiert von Nicolas Diehm

Einleitung

Schlaganfall-Patienten haben ein hohes Risiko für tiefe Beinvenenthrombosen und konsekutive Lungenembolien. In kleineren Studien führte eine prophylaktische Behandlung mit Kompressionsstrümpfen zu einer Risikoreduktion für tiefe Beinvenenthrombosen und Lungenembolien. Bis zu 42 % aller Patienten mit Schlaganfall erleiden eine venöse Thromboembolie. Eine optimale Antikoagulation senkt zwar das Thromboserisiko, erhöht aber drastisch das Risiko für Blutungskomplikationen im Gehirn.

Internationale Leitlinien empfehlen deshalb bei Patienten mit Schlaganfall das Tragen von hüftlangen Kompressionsstrümpfen. Kontrollierte Studien, die eine klare Evidenz für die Wirksamkeit der Kompressionsbehandlung bei Patienten mit Schlaganfall erbracht hätten, fehlen aber bislang.

Methoden

In einer randomisierten kontrollierten multizentrischen Studie in England, Italien und Australien wurden in 64 Kliniken 2.518 Patienten mit akutem Schlaganfall in die Untersuchung aufgenommen. Die Patienten wurden zentral randomisiert in eine Patientengruppe, die hüftlange Kompressionsstrümpfe (n = 1.256) in der Routinebehandlung trugen. Eine Kontrollgruppe bekam keine Kompressionsstrümpfe. Ein Stationspfleger, der im Ultraschall ausgebildet war, führte eine Kompressions-Doppler-Ultraschalluntersuchung an beiden Beinen an den Tagen 7-10 und, wenn möglich, nochmals an den Tagen 26-30 durch. Der primäre Endpunkt war das Auftreten einer symptomatischen oder asymptomatischen tiefen Beinvenenthrombose in den poplitealen oder femoralen Venen. Das Design sah ein intention to treat vor.

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Inhalt der Ausgabe 2009/04

  • Schwerpunktthema
    • Klinische Relevanz der Thrombophilie-Diagnostik
  • Grundlagen
    • Pneumatische segmentale Oszillographie
  • Der aktuelle Fall
    • Hypo-/Dysfibrinogenämie als Risikofaktor für arterielle und venöse Gefäßverschlüsse sowie persistierende D-Dimer-Erhöhung
  • Lifestyle
    • Religion und Spiritualität - Verbindungen zur körperlichen Gesundheit
  • Tipps
    • Optimale Punktionslokalisation bei Femoralarterienzugängen
  • Interventionelle Angiologie
    • Nierenarterienstenose, Teil 1: Klinik und Diagnostik
  • Pharmakologie
    • Gibt es eine Indikation für Sildenafil beim Raynaud-Phänomen?
  • Für Sie gelesen
    • Luftverschmutzung erhöht Thrombosegefahr
    • Maden beschleunigen Wundheilung bei Ulcus cruris nicht
    • Kompressionsstrümpfe bei Schlaganfall
  • News
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